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:gelesen: Charles Scott Richardson: DAS ENDE DES ALPHABETS

Wenn ich nur noch 30 Tage hätte würde ich noch einmal zu diesem Buch greifen. Die Geschichte von Ambrose Zephyr, seiner Frau Zipper Ashkenazi und einer Reise an die Orte ihrer Liebe ist ein kleines, leises und schmales Buch, in dem sich unglaubliche Schönheit findet.

Alphabetisch geordnet werden die Orte, die im letzten Lebensmonat von Ambrose besucht werden sollen. Ein letzter Versuch sich an ein Leben zu erinnern und der Erinnerung Struktur zu geben. Doch, was im Leben nicht funktioniert, kann am Ende nicht klappen: schnell erkennt das Ehepaar, dass sie das Ende des Alphabets nicht erreichen können, wie Ambrose es geplant hat. Selbst bis Paris ist es zu weit.

Eine ungewöhnliche Geschichte über die Liebe und das Ende.

:gesehen: “Der Vorleser”-Film

Letzte Woche den Film “Der Vorleser” gesehen.
Eines vorweg: dass ich das Buch gelesen habe ist schon eine Weile her, d.h. ich kann nicht beurteilen, in wie Weit die Macher sich an die literarische Vorlage von Bernhard Schlinks Roman gehalten haben, sondern nur den Film bewerten.

Dieser ist meiner Meinung nach den Gang ins Kino wert, vorausgesetzt man hat kein Problem auch im Dunkeln mit Popcorn noch den Kopf zu gebrauchen. Die Schauspieler spielen gut – nicht umsonst hat Kate Winslet einend Oscar bekommen und die Geschichte wird in verschiedenen Zeitsprüngen erzählt, ohne verwirrend zu werden.
Im ersten Teil des Films ist unglaublich viel Haut zu sehen. Nackt liegen Michael und Hannah im Bett, lieben sich oder er liest ihr vor. Ist Michael nicht gerade bei seiner älteren Geliebten verbringt er seine Freizeit mit Schulkameraden um Schwimmbad.
Später, Hannah ist inzwischen verschwunden, verlebt Michael ein Leben als strebsamer Jurastudent, bis, während eines Prozesses, Hannah wieder in sein Leben tritt.

Wie das Buch auch, lässt der Film am Ende die Frage offen, wer welche Schuld trägt und bringt uns zum Nachdenken.

Jewgenij Samjatin’s “WIR”

Wir spielt im „Einzigen Staat“, einem Gebilde, das nach einem 200-jährigen Krieg und der „allerletzten Revolution“ entstand. Dieser Staat besteht aus einer von einer Mauer geschützten Stadt, die Häuser dieser Stadt besitzen Wände aus Glas. Heerscharen von „Beschützern“ wachen über das „Wohl“ der Einwohner, deren Leben bis zum kleinsten Handgriff reglementiert ist, über allen steht ein übermächtiger „Wohltäter“. „Nummern“ – gemeint sind Menschen –, die sich gegen diese „Fürsorge“ wehren, werden öffentlich hingerichtet. Der Einzelne zählt nicht, was zählt, ist das Kollektiv. Im Laufe des Buches wird unter anderem eine Gehirnoperation entdeckt, die das Fantasiezentrum im Menschen entfernt und somit Gedanken des Widerstandes unmöglich macht.
(Wikipedia)

Das Buch (das auch Huxley und Orwell beeinflusst hat) fand ich sehr beeindruckend.
Erzählt wird die Geschichte der Nummer D-503, der in einer Welt in der alles mathematisch geregelt ist, eine Krankheit bei sich entdeckt: eine Seele.
Eine Dystopie, die in einer Zeit, in der Partnervermittlungs-Seiten im Netz eine Geld-zurück-Garantie geben, wenn die Partnerschaft nicht hält und TV-Programme nicht nach künstlerischem Aspekt geplant werden, sondern nach erwarteten Einschaltquoten, eine Warnung an alle sei sollte, denen Menschen wichtiger sind als Menschen.

Kurz:
Fand das Buch sehr Gut – EMPFEHLENSWERT!