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Schlagwort: gschicht’n vom land

Sinnlos auf seinem Recht bestehen…

Letzte Woche Samstags in der vollen, aber nicht überfüllten U-Bahn.
Eine ältere Dame steigt mit einer Freundin ein und füchtelt einem Mitvierziger mit ihrem Schwerbehindertenausweis unter der Nase herum.
Dieser weißt sie darauf hin, dass er zwar keinen Ausweis habe, aber zur Zeit auch nicht so gut stehen kann. Dabei klopft er mit einer seiner beiden Krücken gegen sein eingegipstes Bein. Die Dame meint darauf hin, dass sie trotzdem ein recht auf diesen Platz habe, immerhin hat sie ja einen Schwerbehindertenausweis. Er schüttelt nur den Kopf. Jetzt wird der Dame wohl langsam klar, dass dieser unverschämte Kerl nicht aufstehen wird, also meint sie, er solle seinem Sohn sagen er soll aufstehen. Dieser will aber bei seinem Vater bleiben. Welcher nun den ultimativen Vorschlag macht: Die Damen könnten sich ja auch einfach auf die beiden (die ganze Zeit) freien Plätze gegenüber setzen…

neues aus der s-bahn V

neulich saß ich im stadtbus in pasing, auf dem weg zur uni. es steigt ein junger mann ein, der offensichtlich dem hip-hop-milieu zu zuordnen ist. er telefoniert. das nun folgende gespräch ist in ermangelung jeglichen wissens um den gesprächpartner nur sehr einseitig wieder gegeben:

“ja und sonst?” (setzt sich neben mich)

“ach, ihr fahrt weg? holland, is geil.”

” ja, kannst mir ruhig auch was mitbringen” (schaut sich verlegen um)

“habt ihr schon reserviert?!”

“ja, da musst du schon ein ticket vorher kaufen…!”

“nee, bayern-ticket geht nich bis holland.”

“ja, weil das nur in bayern geht”

“nee, auch bis frankfurt geht bayern-ticket nicht. musst du deutschland-ticket nehmen…”

“ja, weil das bayern-ticket halt nich geht. gilt nur in bayern!”

“scheiße mann, b-a-y-e-r-n-ticket! geht nich!”

(1 haltestelle weiter, der gesprächspartner hat anscheinend nun doch das bayern-ticket gekauft)

“he, du checkst des nich alter, egal. […] lass dich bloß nich hochnehmen, ja?! servus”

neulich in der s-bahn III

letztens fahre ich mit der s-bahn von der uni nach hause. es ist noch nicht ganz hauptverkehrszeit, aber es ist doch einiges los. ich steige wie immer ganz hinten ein, dann spare ich mir in eichenau ein paar meter gehen. ganz hinten befindet sich eins dieser fahrradabteile, das auch für kinderwägen, rollstühle und so weiter gedacht ist. obwohl die bahn gar nicht so voll aussah, komme ich an der tür meiner wahl gerade noch so rein, fühle mich allerdings wie eine ölsardine (nur nicht so ölig). bis zur nächsten haltestelle habe ich mich zur tür auf der anderen seite durchgekämpft (zurückgelegter weg: ca. 1,50 m), da ich auf dieser seite raus muss. nun wird mir klar, warum es an dieser stelle so eng ist. der zug an sich ist bereits wieder so leer, dass ich von meinem standpunkt aus einige dutzend freie sitzplätze sehen kann. nicht nur ich, nein, auch die anderen fahrgäste beäugen sehnsüchtig diese plätze. allerdings hat sich ein gothikpärchen samt freundin und zwei kinderwägen im fahrradabteil niedergelasse und mit beiden wägen den gang so blockiert, dass niemand durchkommt. ein älterer herr wagt es, die freundin (eher punk als goth) anzusprechen. ob sie ihn denn bitte durchlassen könne, er wolle sich gerne hinsetzen. die antwort: “nö, pech gehabt, geh halt außen rum.” (sie wollte wohl damit sagen, er solle am nächsten halt aussteigen, eine tür nach vorne laufen und dort wieder einsteigen…). es nähert sich ein junger mann, der sich mit einem bekannten am ende des zuges verabredet hat. als die junge frau nach zwei minuten des auffordernden wartens immer noch keine anstalten macht, ihr füße einzuziehen, um so den durchgang zu öffnen, steigt der mann einfach drüber, wobei er sich durch den ca. dreißig zentimeter großen spalt zwischen kinderwagen und haltestange quetscht. die junge frau fängt das pöbeln an. der ältere herr von vorhin nutzt die gelegenheit, um sich nun in entgegengesetzter richtung auf einen freien platz zuzubewegen. die junge dame stellt ihm ein bein. das gothicpärchen tut so, als wenn sie nichts gesehen hätten. leider musste ich nun aussteigen, ich weiß also nicht, wie die geschichte ausgegangen ist. allerdings: liebe punks, liebe freunde des gothic: ihr braucht euch nicht wundern, dass ihr so einen schlechten ruf habt, bedankt euch bei leuten wie dieser frau. es gibt nun eine halbe s-bahn menschen, deren vorurteile euch gegenüber mal wieder bestätigt wurden…

neulich in der s-bahn II

ich sitze in der sbahn und versuche krampfhaft, meinen doppelten Burger so zu essen, dass nicht alles hinten rausfällt, wenn ich vorne hinein beiße. nach wenigen minuten wird meine aufmerksamkeit von einem männlichen teenager auf sich gezogen. er ist sicht- und hörbar außereuropäischer herkunft und telefoniert gerade mit einem freund, den er abwechselnd “bruder”, “alter” oder “mann” nennt. zudem spricht er sehr laut, so dass man jedes wort sehr gut versteht. er berichtet seinem bekannten am anderen ende der leitung, dass er gerade aus dem gericht komme. er hätte doch heute verhandlung gehabt. ja, der “felix” sei auch da gewesen. aber der “arsch” hätte “bullshit gelabert”. der hätte von 180 euro gesprochen. derweil waren es doch nur knapp 20. er hätte ja nur 15 pillen dabei gehabt. “felix” hätte viel mehr in der tasche gehabt. seine freunde hätten ihm erzählt, dass er nur ca. 10 sozialstunden bekommen würde. jetzt sähe es ganz düster aus. nach einem kurzen abschiedszeremoniell fahren wir in aubing ein. im aussteigen erzählt er seinem begleiter sehr laut, dass er das “scheiße” fände, dass der “felix” jetzt gegen ihn aussagt und dazu noch so einen “bullshit”, der gar nicht stimmt. und dass er ihm dafür platt macht… ich führe gerade einen kampf mit der burgertüte, die partout nicht in den s-bahn-mülleimer passen will, als eine frau sagt: “früher hätten’s mit so einem was ganz anderes g’macht…”.

neulich in der s-bahn I

ein junge macht sich einen spaß daraus, in der hauptverkehrszeit die s-bahn aufzuhalten, indem er in die lichtschranke der sich gerade schließenden türe springt. in puchheim wird es einem älteren herren zu viel. er haut dem jungen mit seiner zeitungsrolle auf den kopf und schubst in aus der sich gerade schließenden türe nach draußen. die fahrt wurde ohne weitere verzögerung fortgesetzt…

gschicht’n vom land II

fahr ich neulich in die stadt weil ich gerne meine mvv-karte mit ausbildungstarif beantragt hätte. komme ich beim marienplatz raus und frage mal so einen herren in einem mvg-häuschen wo ich denn die zeitkarte beantragen kann. sagt der “jo zwanzg meta hinta un dann auf da recht’n seit’n”. ich antworte, dass das doch der mvg-Schalter wäre und ich aber mvv brauche. er: “hoitns mi für bled oda wos, i oawat scho seit zwanzg joar hier, i werds scho wiss’n…”. ich gehe also zum mvg-kundencenter und stelle mich in die schon sehr lange schlange. als ich dran bin erklärt mir eine freundliche junge dame, das ich da zum Schalter am hauptbahnhof muss. weil da der mvv zuständig sei. ich fahre also leicht angenervt zum hauptbahnhof und betrete die schalterhalle. da stelle ich fest, dass fünfhundert andere studenten heute ebenfalls die idee hatten, sich ihre karten zu holen. da bin ich heimgefahren..

gschicht’n vom land I

wir wohnen im haus meiner großeltern. und das schon über ein jahr. sitze ich heute wie jeden morgen mit meinem kaffee vor der haustür in der morgensonne. kommt ein älteres ehepaar vorbei. er: ob ich die tochter vom “hans” sei. nein, ich wäre die enkelin. ob er mal schauen dürfte, wie sich das haus so verändert hat. er hätte es ja nur “von früher” in erinnerung. die frau wird nervös. ich: nein im moment wärs ganz schlecht. es wär so unaufgeräumt. sie: naja, bei so jungen leuten ist das ja normal…