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:gelesen: Charles Scott Richardson: DAS ENDE DES ALPHABETS

Wenn ich nur noch 30 Tage hätte würde ich noch einmal zu diesem Buch greifen. Die Geschichte von Ambrose Zephyr, seiner Frau Zipper Ashkenazi und einer Reise an die Orte ihrer Liebe ist ein kleines, leises und schmales Buch, in dem sich unglaubliche Schönheit findet.

Alphabetisch geordnet werden die Orte, die im letzten Lebensmonat von Ambrose besucht werden sollen. Ein letzter Versuch sich an ein Leben zu erinnern und der Erinnerung Struktur zu geben. Doch, was im Leben nicht funktioniert, kann am Ende nicht klappen: schnell erkennt das Ehepaar, dass sie das Ende des Alphabets nicht erreichen können, wie Ambrose es geplant hat. Selbst bis Paris ist es zu weit.

Eine ungewöhnliche Geschichte über die Liebe und das Ende.

:gelesen: Das Chasarische Wörterbuch (ein Lexikonroman von Milorad Pavic)

Nachdem ich im Dezember bei tomthecat.blog.de eine Geschichte aus dem Chasarischen Wörterbuch gelesen habe, musste ich es mir als Verrücktes Bücher-Opfer natürlich besorgen.

Und:
Es hat sich gelohnt! Das vorweg, aber wie ihr wisst, schreib ich ja eh am liebsten über Bücher die ich auch gut fand (und in Zukunft noch mehr).

Milorad Pavic hat einen Lexikonroman geschrieben, was bedeutet, dass in diesem Buch eine Menge “Artikel” zu finden sind, die sich mit dem Volk der Chasaren beschäftigen. Zwischen Lebensbeschreibungen von wichtigen “Traumjägern”, Prinzessinnen und Kriegern finden sich philosophische und religöse Gedanken, die manchmal an 1001 Nacht erinnern.

Und zwar teilweise dreimal! Das Buch besteht nämlich aus genau drei Teilen (plus Anhängen).
Aus
dem Roten Buch (mit christlichen Quellen),
dem Grünen Buch (mit islamischen Quellen) und
dem Gelben Buch (mit hebräischen Quellen)
zur sog. Chasarischen Frage.

Übrigens gab es die Chasaren wirklich; ob ihre Geschichte und ihr Leben aber mit den von Pavics Romanfiguren groß was gemein hatte, wage ich zu bezweifeln.

Ein abschließendes Zitat:

“Als der Schöpfer von allem
schuf Gott den Menschen
in der Mitte zwischen Engel und Tier…
Durch Rede und Verstand trennte er ihn von den Tieren,
durch Zorn und Begierde aber von den Engeln,
so daß er sich,
abhängig davon welchen von diesen Werken er sich nun nähert,
jenen höheren oder jenen tieferen desto inniger verbindet.”
[Chasarisches Wörterbuch S. 322]