Arbeitsfrei dank “Tag der Arbeit”

Jeder freut sich über Feiertage, an denen man nicht in die Arbeit muss. Allerdings weiß man heute oft nicht mehr, woher dieser Feiertag eigentlich stammt. So dürfte es auch für viele ein Rätsel sein, warum der 1. Mai ein Feiertag ist und wie es dazu kam.

Die Geschichte des 1. Mai beginnt in den USA, wo bereits 1886 an 400.000 Arbeiter an diesem Tag für die Einführung des 8 Stundentages streikten. Diese Streiks wurden teilweise blutig beendet und insgesamt konnten nur 20.000 Arbeiter die Forderung durchsetzen. Am 1.Mai 1890 sollte es deshalb wieder zu einem großen Streik mit Kundgebungen kommen, um der Forderung nach einem 8 Stundentag Nachdruck zu verleihen.

1889, 100 Jahre nach dem Sturm auf die Bastille, gab es am 14. Juni in Paris einen Kongress sozialistischer Parteien und Gewerkschaften verschiedener Länder. Dort wurde beschlossen, auch für den 8 Stundentag zu kämpfen und da in den USA für den 1. Mai bereits solche Streiks und Demonstrationen angesagt waren, schloss man sich kurzer Hand an das Datum an. Eine Wiederholung war zunächst nicht vorgesehen.

Im Kaiserreich entwickelte sich der 1. Mai zum Kampftag. Viele Unternehmer drohten mit Entlassungen und Aussperrungen, falls die Mitarbeiter an den Demonstrationen und Streiks teilnahmen. Nur während der ersten Beiden Kriegsjahre 1914/15 blieb es ruhig. Bereits 1916 wurde aber wieder zu Streiks aufgerufen.

Im Jahr 1919 wurde der 1. Mai zum ersten Mal ein offizieller Feiertag, allerdings war das Gesetz auf das Jahr 1919 beschränkt. Eine endgültige Regelung für die gesamte Weimarer Republik wurde allerdings nie beschlossen.

Eine traurige Rolle spielte der 1. Mai 1933 im Nationalsozialismus. Hitler führte den Maifeiertag als „Feiertag der nationalen Arbeit“ ein. Doch bereits am 2. Mai wurden die Gewerkschaftshäuser besetzt und die Gewerkschaften selbst zerschlagen. Der 1. Mai jedoch wurde bis 1945 mit Aufmärschen und Machtdemonstrationen als Feiertag begangen.

Nach dem Krieg wurde Deutschland geteilt und damit wurde auch der 1. Mai in Ost und West unterschiedlich zelebriert. In der DDR war der 1. Mai, neben dem Gründungstag der DDR, der höchste Feiertag. Für manche DDR Bürger war 1. Mai ein Pflichttermin, der nicht immer freiwillig wahrgenommen wurde. Manche Betriebe zahlten ihren Angestellten „Marschiergeld“, damit diese an den Demonstrationszügen möglichst zahlreich teilnahmen. Nach der Wende schmolz die Teilnehmerzahl an den Demonstrationen sichtlich dahin.

In der BRD wiederum entwickelte sich der „Tag der Arbeit“ vom Kampftag zum Feiertag, der nichts anderes war, als ein weiterer freier Tag im Kalender. Um dem entgegenzuwirken wurde der Maifeiertag mehr und mehr zum Feiertag mit Volksfestcharakter.

Eine besondere Art diesen Tag zu feiern bürgerte sich in den 1980ern ein: in deutschen Städten kommt es seit dem regelmäßig zu verschieden starken Krawallen. Diese gehen meist von Linksradikalen (und Krawalltouristen) aus. In jüngster Zeit versuchen aber auch rechte Gruppen den Tag als Kampftag zu nutzen.

Heute ist der erste Mai für die Gewerkschaften des 21. Jahrhunderts nach wie vor ein symbolträchtiger Tag, der nicht nur ein Volksfest ist, sondern als EuroMayDay eben auch dazu benutzt wird, auf soziale und wirtschaftlicher Missstände im Land und immer mehr auch innerhalb Europas, hinzuweisen.

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