Kaffeebohnen mit Mühle

Die Ulme und der Kaffee: Die Bohnen (Teil 1)

Nachdem ich jetzt seit fast 10 Jahren Kaffee verkaufe und  ihn natürlich auch leidenschaftlich gerne trinke, wird es langsam Zeit das Gelernte und die Erfahrung an den Leser zu bringen, ohne mit allen kleinen botanischen Details rum zu nerven. Auch verschiedene Zubereitungsarten möchte ich ansprechen und ein paar gute und trinkenswerte Kaffees aus verschiedenen Ländern sollen am Ende auch nicht fehlen.

Gedacht ist diese Reihe für Leute, die einfach mal so grob wissen möchten, was sie da eigentlich den ganzen Tag in sich rein schütten und wo denn nun bitte der unterschied zwischen schwarzer Tunke und gutem Kaffee liegt.

Die Bohnen

Komplett ohne Botanik macht es aber dann doch keinen Spaß. Man sollte wenigstens wissen, dass Kaffeebohnen keine Bohnen sind, sondern die Samen von kirschähnlichen Steinfrüchten (Kaffeekirschen). Diese Wachsen an Sträuchern. In der Regel befinden sich in jeder Kirsche 2 grüne Kaffeebohnen.

Insgesamt gibt es vier nennenswerte Bohnensorten,  die auch auf dem Weltmarkt und im Laden eine Rolle spielen.

Die Wichtigste ist sicherlich die Arabicabohne. sie macht ca. 60% des Welthandels aus. Sie wächst in der Regel in höheren Lagen ab 1500 Metern.

Die zweitwichtigste ist die Robustabohne. Ihr Koffeingehalt ist höher als bei der Arabicabohne und sie ist, wie der Name vermuten läßt, widerstandsfähiger.  Sie wird häufig bei Espresso mit Arabicabohnen vermischt, weil sie für die Crema sehr förderlich ist.

Der dritte Bohnentyp ist die Maragogype, auch “Elefantenbohne” genannt. Sie ist größer als die anderen Bohnen und wird vor allem in Mexico und Nicaragua angebaut und in der Regel nicht mit anderen Bohnensorten vermischt.

Der letzte Bohnentyp ist eher eine Mutation, denn eine eigene Bohne: die Perlbohne. Sie entsteht dadurch, dass an Kaffeesträuchern die Astspitzen oft nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden können und dadurch sich nur eine runde Bohne in dne Kaffeekirschen herausbildet. Für eine zweite reicht es dann nicht mehr, die verkümmert. Im Prinzip sind diese Bohnen nichts besonderes: sie entstehen nebenbei und sie sind auch nicht unbedingt besser als die eigentliche Kaffeesorte, deren “Mutant” sie sind. Allerdings ist es genauso oberflächlich zu sagen, dass Perlbohnen grundsätzlich minderwertig sind.

Grundsätzlich gilt: Die Art der Bohne ist allein KEIN Qualitätsmerkmal.  Ein 100% Arabicakaffee ist nicht zwangsläufig gut. Auch Arabicabohnen haben unterschiedliche Qualitäten, auch wenn fast alle Spitzenkaffees aus Arabicakaffees sind. In einem späteren Artikel werde ich mich jedoch ausführlich mit dem Thema Qualität auseinandersetzen.

Mehr muss man über Kaffeebohnen eigentlich nicht wissen. Im nächsten Artikel wird es hier um die Frage gehen, wie aus der Kaffeekirsche richtiger Kaffee wird.

Kommentare

  1. das-zebra 29. September 2010 at 22:24

    ich sag nur: kilimanjaro, südhang, handverlesen und auf gestampftem lehmboden in tanzanianischem wüstenwind getrocknet… 🙂

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