Erst kommt das Fressen, doch wann kommt die Moral?

„Erst kommt das Fressen, dann die Moral“.
Dieser Satz aus George Büchners´ Woyzeck besitzt einige Logik. Denn solange man hungert, kann man sich Moral möglicherweise wirklich nicht leisten, ohne dabei den Hungertod zu riskieren.
Wenn man allerdings keinen Hunger mehr leiden muss, so lässt diese Interpretation annehmen, kann man es sich leisten, über Moral nachzudenken und moralisch zu werden. Doch wann tritt dieser Punkt ein und wenn er eintritt, verbindet man die Moral auch mit der Nahrung, die man zu sich nimmt, bzw. mit deren Erzeugung?
Scheinbar nicht. Wie in der gesamten EU so gibt es in Deutschland keinen Mangel an Nahrungsmitteln, dennoch wird unsere Nahrung moralisch höchst fragwürdig behandelt. Vor allem die Erzeugung fleischlicher Nahrung ist oftmals extrem unmoralisch.
Dass Butterberge und Milchseen vernichtet wurden und werden, ist alt bekannt, auch, dass Legehennen in Legebatterien nicht artgerecht gehalten werden. Dass männliche Küken in der Legehennenzucht vergast oder lebendig geschreddert werden, oder Ferkel ohne Narkose kastriert werden, ist weniger bekannt. Und alles nur, damit das Fleisch billig ist, oder weil es sich nicht lohnt, die Tiere aufzuziehen, wie im Fall der Küken. Fleisch zu essen ist legitim und menschlich. Tiere zu misshandeln und zu quälen, nur der Rendite wegen, ist für unsere scheinbar zivilisierte Welt höchst fragwürdig und unmoralisch.

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