:gelesen: Das Chasarische Wörterbuch (ein Lexikonroman von Milorad Pavic)

Nachdem ich im Dezember bei tomthecat.blog.de eine Geschichte aus dem Chasarischen Wörterbuch gelesen habe, musste ich es mir als Verrücktes Bücher-Opfer natürlich besorgen.

Und:
Es hat sich gelohnt! Das vorweg, aber wie ihr wisst, schreib ich ja eh am liebsten über Bücher die ich auch gut fand (und in Zukunft noch mehr).

Milorad Pavic hat einen Lexikonroman geschrieben, was bedeutet, dass in diesem Buch eine Menge “Artikel” zu finden sind, die sich mit dem Volk der Chasaren beschäftigen. Zwischen Lebensbeschreibungen von wichtigen “Traumjägern”, Prinzessinnen und Kriegern finden sich philosophische und religöse Gedanken, die manchmal an 1001 Nacht erinnern.

Und zwar teilweise dreimal! Das Buch besteht nämlich aus genau drei Teilen (plus Anhängen).
Aus
dem Roten Buch (mit christlichen Quellen),
dem Grünen Buch (mit islamischen Quellen) und
dem Gelben Buch (mit hebräischen Quellen)
zur sog. Chasarischen Frage.

Übrigens gab es die Chasaren wirklich; ob ihre Geschichte und ihr Leben aber mit den von Pavics Romanfiguren groß was gemein hatte, wage ich zu bezweifeln.

Ein abschließendes Zitat:

“Als der Schöpfer von allem
schuf Gott den Menschen
in der Mitte zwischen Engel und Tier…
Durch Rede und Verstand trennte er ihn von den Tieren,
durch Zorn und Begierde aber von den Engeln,
so daß er sich,
abhängig davon welchen von diesen Werken er sich nun nähert,
jenen höheren oder jenen tieferen desto inniger verbindet.”
[Chasarisches Wörterbuch S. 322]

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