Milchschaum

Sie sitzt ihm gegenüber, lächelt ihn an, schaut ihn aus schönen großen braunen Augen an. Er könnte stundenlang in diese Augen schauen, die ihn an längst vergangene Zeiten, an mystische Begebenheiten, ja an die Märchen aus tausend und einer Nacht erinnern.
Aber im Moment kann er sich nicht auf die sie konzentrieren.
Sie hat gerade das letzte bisschen Kaffee aus ihrem Latte Macchiato durch den Strohhalm gesaugt. Und ein klein wenig Milchschaum bildete einen hellen Fleck auf ihrem sonst eher dunklen Gesicht, knapp unter der Nase. Sie hatte ihn wohl nicht bemerkt, auf jeden Fall redete sie munter weiter, erzählt aus ihrem bewegten Leben.

Er konnte ihr kaum folgen.

„Is’ was?“

Verstohlen deutete er ihr die Stelle an der Schaum langsam zu einem weißen Milchtropfen wurde. Und ein kleines, kristallklares Lächeln später fuhr sie sich mit ihrer rosaroten, kleinen Katzenzunge über die Lippen, um den warmen Tropfen auf die Reise durch die Mundhöhle und die Speiseröhre zu schicken.

Er atmet tief durch und steckt sich erstmal eine an.

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