Du bist schön …

Ich hetze mich ab um die S-Bahn noch zu erwischen,
steige ein, schmeiß mich auf den nächsten freien Platz,
suche ein besonders gutes Lied auf meinem I-Pod,
„Fields of Gold“ von Sting – wunderbar.

Du steigst am Stachus zu,
setz dich mir gegenüber,
ich nehme war, dass du hübsch bist.
Mustere dein Spiegelbild in der zerkratzten Fensterscheibe.

Schöne Augen,
schönes Gesicht,
dunkle, schulterlange Haare.
Wie ich Stöpsel im Ohr.

Unsere Blicke treffen sich,
weichen sich gegenseitig aus.
Treffen sich, weichen aus.

Raus aus der Bahn,
schnell zum Bus,
hintere Hälfte.

Du auch hier?
Sitzt mit dem Rücken zur Fahrtrichtung,
schaue verstohlen immer wieder zu dir.
Ich möchte schreien
um die Umgebungsgeräusche des Feierabendverkehrs
und die Musik aus deinem MP3-Player zu übertönen:

„Du bist schön,
du bist schön,
du bist so schön!“

Ich drücke den Knopf,
stehe auf um aus zusteigen,
gehe an dir vorbei,
du lächelst leise.

Ich steige aus,
riskiere einen letzten Blick,
ärger mich,
dass ich mich nicht getraut habe dich anzusprechen
du winkst mir zu.
Ich winke zurück.
Ich möchte schreien:

„Du bist schön!“

6 commentaires sur “Du bist schön …

  1. in der situation wäre es mir lieber gewesen nicht in die situation zu kommen, des mädl ging mir ein – zwei wochen gar nicht mehr aus dem kopf. ich hätte mich so in den … ihr wisst was ich meine.

  2. Oh Mann, genau sowas ist mir auch passiert! Nur halt mit einem "er" und das Gedicht, was dazugehört, hast du kommentiert, danke!<BR/>Das ist wirklich so schrecklich, wenn man dieses *klick*-Gefühl hat und dann ist es zu spät…

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